Kapitel 5 – Als alles Realität wurde
- Ramona

- 9. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Es war nur eine Unterschrift.
Und trotzdem hat sie alles verändert.
Ich habe meinen Job gekündigt.

Mit diesem Moment wurde aus etwas, was lange nur in meinem Kopf existiert hatte, Realität.
Nicht mehr „vielleicht irgendwann“.
Sondern jetzt.
Die Entscheidung war dabei nicht neu.
Sie war schon lange in mir gereift.
Jetzt wurde sie nur sichtbar.
Kurz darauf habe ich auch meine Wohnung gekündigt.
Und plötzlich begann eine Phase, die sich schwer in Worte fassen lässt.
Die Reaktionen darauf waren so unterschiedlich wie die Menschen selbst.
Manche haben sofort verstanden, warum ich diesen Schritt gehe.
Sie haben sich mit mir gefreut, mich bestärkt, meine Entscheidung gefeiert.
Andere waren überrascht. Manche sprachlos.
Und fast alle haben irgendwann denselben Satz gesagt:
„Ich bewundere deinen Mut.“
Ich selbst wusste lange nicht genau, was ich fühlen soll.
Da war keine reine Erleichterung.
Aber auch keine echte Traurigkeit.
Eher ein inneres Sortieren.
Und immer wieder fragte ich mich selbst:
Ist das mutig?
Oder einfach nur verrückt?
Nicht, weil ich an meiner Entscheidung gezweifelt habe.
Sondern weil mir mit jedem Tag bewusster wurde, wie viel ich gerade loslasse.
Sicherheit. Gewohnheiten.
Ein Leben, das sich lange vertraut angefühlt hat.
Und genau dadurch wurde klar:
Solche Entscheidungen fühlen sich selten eindeutig an.
Sie können gleichzeitig beängstigend und richtig sein.
Nach der Kündigung ging mein Alltag erst einmal ganz normal weiter.
Ich stand morgens auf.
Ich ging zur Arbeit.
Ich traf Freunde.
Von aussen hatte sich kaum etwas verändert.
Und trotzdem war nichts mehr wie vorher.
Zwischendurch sass ich einfach da und dachte:
Ich habe das wirklich gemacht.
Manchmal konnte ich es selbst kaum glauben.
Es gab Tage, an denen ich mich fast leer fühlte.
Nicht, weil ich meine Entscheidung bereut habe.
Sondern weil ich weiss, dass etwas Grosses bereits in Bewegung ist.
Gleichzeitig begannen bereits die ersten Vorbereitungen.
Die ersten Listen.
Die ersten Termine.
Die ersten Gedanken daran, was bald hinter mir liegen wird.
Und trotzdem lief das Leben ganz normal weiter.
Genau das fühlte sich manchmal seltsam an.
Als würden zwei Leben gleichzeitig stattfinden.
Das eine, das ich noch lebe.
Und das andere, das langsam auf mich wartet.
Ich kann nicht kontrollieren, was in ein paar Monaten sein wird.
Ich weiss nicht, welche Menschen ich treffen werde.
Welche Erfahrungen auf mich warten.
Oder wie sehr mich diese Reise verändern wird.
Zum ersten Mal habe ich bewusst akzeptiert, dass ich nicht alles planen kann.
Dass ich nicht auf jede Frage eine Antwort brauche.
Ich muss nicht wissen, wie alles ausgeht.
Nur, dass sich dieser Schritt tief in mir richtig anfühlt.
Und genau daran halte ich fest.



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